
Im Gespräch wurde klar: Öffentliche Institutionen brauchen wirksame Kontrolle, um dauerhaft Vertrauen zu sichern. Besonders marginalisierte Gruppen bringen der Polizei häufig weniger Vertrauen entgegen – in Oldenburg wurde dieses durch den Fall Lorenz weiter erschüttert. Das hat Folgen: Straftaten werden seltener angezeigt, Beschwerden Betroffener oft nicht ernst genommen.
Studien zeigen zudem, dass Diskriminierungsrisiken in der Polizeiarbeit real sind – etwa durch strukturelle Faktoren wie institutionellen Rassismus oder Racial Profiling.
Es diskutierten:
Michael Lühmann – Innenpolitischer Sprecher der grünen Landtagsfraktion.
Andreas Sagehorn – Polizeipräsident in Oldenburg.
Suraj Mailitafi – Sprecher der Initiative Gerechtigkeit für Lorenz
Dr. Astrid Jacobsen – Soziologin an der Polizeiakademie Niedersachsen
Doreen Denstädt – Ehemalige Ministerin für Justiz und Migration in Thüringen
Lena Nzume – Landtagsabgeordnete von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN aus Oldenburg
Die Diskussion machte deutlich, dass Vertrauen nur durch Veränderung und Transparenz wachsen kann. Wichtige Bausteine dafür sind:
Unabhängige Beschwerdestellen und anonyme Meldemöglichkeiten
Klare Signale der Polizei gegen demokratiefeindliche Tendenzen in den eigenen Reihen
Mehr Begegnung und Dialog zwischen Polizei und Zivilgesellschaft
Zivilgesellschaftliches Engagement und öffentlicher Druck, um Veränderung anzustoßen
Diese Ansätze können helfen, Misstrauen abzubauen und die Grundlage für eine vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen Polizei und Bürger:innen zu stärken.
Die Veranstaltung zeigte: Vertrauen wächst durch Begegnung – nicht durch Abgrenzung. Der offene Austausch im CORE war ein wichtiger erster Schritt, um in Oldenburg neue Wege des Dialogs zu gehen.
Ein herzlicher Dank gilt allen Teilnehmer:innen, den Vertreter:innen aus Polizei und Zivilgesellschaft sowie allen, die durch ihr Engagement zu diesem Gespräch beigetragen haben.